Dr. Alexander Conrads

Dr. Alexander Conrads

 

Alexander Florentin Maria Conrads wurde am 30. März 1860 als viertes von sechs Kindern des Amtmannes Alexander Conrads in Heiden geboren. Nach Schulbesuch in Heiden, Borken, Vreden und Rheine legte er 1881 in Attendorn sein Abitur ab.

Er begann ein Medizinstudium in Würzburg, das er im März 1886 beendete. Es folgten Dienst als Stabsarzt in verschiedenen Militäreinheiten und zivile Stationen in Neuenkirchen, Düsseldorf, Emsbüren und Siegen. Am 12. Juni 1887 ließ er sich als Arzt in Haltern nieder. Er heiratete am 1. September 1890. Das Ehepaar Conrads hatte insgesamt fünf Kinder.

Zu Beginn der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts begann seine Leidenschaft für die Archäologie, die ihn bis zu seinem Tod am 15. Juli 1940 nicht mehr losließ.

Seine archäologischen Aktivitäten begannen auf dem Annaberg, von dem seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts römische Funde bekannt waren.

Seine Funde diskutierte er im Sommer 1899 mit führenden Archäologen der damaligen Zeit. Zu Ihnen gehörte Prof. Dr. Alexander Conze, einem frühen Förderer der provinzialrömischen Archäologie. Conze war zu diesem Zeitpunkt Direktor des Skulpturenmuseums in Berlin und arbeitete im Generalsekretariat des Deutschen Archäologischen Institutes.

Im weiteren Verlauf des gleichen Jahres entdeckte Conrads westlich des Halterner Stadtkerns Bodenverfärbungen, die später als römische Schiffshäuser identifiziert wurden. 20 Jahre später war die Lage am früheren Lauf der Lippe bekannt.

 

Uferkastell, Zeichnung von 1921

Das Uferkastell (Ausgrabungen 1899 - 1903)

Auf Dr. Conrads Betreiben wurde am 10. November 1899 der Halterner Geschichts- und Altertumsverein gegründet.

Die bis zu Beginn des Jahres 1900 gemachten Ausgrabungsfunde wurden ab März des gleichen Jahres zunächst in zwei Räumen der Knabenschule am Markt ausgestellt. Im gleichen Jahre wurde Conrads Mitglied der Altertumskommission für Westfalen.

 

 

Die in der Folgezeit systematisch durchgeführten Ausgrabungen brachten eine große Anzahl von Funden, die zunächst provisorisch in Haltern untergebracht wurden. Conrads engagierte sich für einen Museumsbau, suchte Unterstützer, sammelte Spenden. Am 12. August 1907 wurde das Römisch-Germanische Museum Haltern in Trägerschaft des Geschichts- und Altertumvereins am heutigen Kärntener Platz eröffnet. Für seine Unterstützung bei der Errichtung des Römisch-Germanischen Museums Haltern wurde Prof. Dr. Alexander Conze am gleichen Tag Ehrenbürger der Stadt Haltern.

Dr. Conrads wurde der Titel Sanitätsrat verliehen und für seine Verdienste der Rote-Adler-Orden 4. Klasse. Er war Ehrenmitglied der Altertumskommission der Provinz Westfalen (1900-1940) und Ehrenbürger der Stadt Haltern (12.06.1927) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mit den Archäologen Conze und Koepp verband ihn eine lebenslange Freundschaft.

Dr. Alexander Conrads blieb Vorsitzender des Altertumsvereins bis zu seinem Tode im Jahre 1940.