Samstag, 24.10.2009

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde das Stadtmodell seiner Bestimmung übergeben. Nach kurzen Ansprachen der beteiligten Vereine wurde das Modell enthüllt:

und angenommen:

Photo: Hella Brörken

(Photo: Hella Brörken)

 

 

Der Halterner Altertumsverein lädt ein….

Siebenhundertzwanzig Jahre sind in diesem Jahr seit jenem Tage vergangen, an dem sich der damalige Fürstbischof Everhard von Diest dazu entschloss, am 3. Februar 1289 seinen bis dahin unbefestigten Flecken Haltern zu einer wehrhaften und landtagsfähigen Stadt des Fürstbistums Münster zu erheben. Die Bürgerschaft, von jenem Zeitpunkt an mit dem Recht zur Selbstverwaltung ausgestattet, begann nun damit, jene Stadt zu bauen, die uns in ihrem Kern noch heute ganz in jenen mittelalterlichen Strukturen entgegentritt, die nicht etwa willkürlich gewählt, sondern von der die Stadt umgebenden Mauern mit ihren vier Toren bestimmt wurde.

Obwohl diese das Stadtbild Jahrhunderte lang prägenden Mauern und Türme längst bis auf einen kleinen Rest und den „Siebenteufelsturm“ verschwunden sind, begegnen uns in jenem Bereich, der heute gerne von „Touristikern“ als Altstadt bezeichnet wird, noch immer verwinkelte Gassen, schmale Stiegen, stille Winkel und eine Vielzahl von schmuckvollen und schmucklosen Fassaden, hinter denen sich trotz ihres oft „modernistischen“ Gepräges zum Teil uralte Fachwerkbauten verbergen.

Am heutigen Marktplatz, dem einst wichtigsten Kreuzungspunkt der zwei durch Haltern verlaufenden Fernstraßen, tritt dem Betrachter eines der ehrwürdigsten Rathäuser Westfalens entgegen, dessen Kern bereits im Jahre 1575 aufgerichtet wurde. Und genau gegenüber erhebt sich, das Weichbild der Stadt schon von Ferne unverwechselbar gestaltend, die imposante alles überragende St. Sixtus Wallfahrtskirche, die südlichste aller in norddeutscher Backsteingotik ausgeführten Hallenkirchen.

Vereinfacht gesagt, ist das alles die in Stein geformte Erinnerung einer Jahrhunderte überdauernden bürgerlicher Ordnung und Wohlhabenheit, aber auch von Aufstiegen und Niedergängen. Generationen haben hier gebaut, Jahrhunderte sind am Werk gewesen. Überlieferung und Stil sind längst zum Allgemeingut geworden.

Damit haben die Bürger der Stadt Haltern am See durch alle Wandlungen der Zeit eine erstaunliche Beharrlichkeit bewiesen. Kontinuität gilt ihnen bis heute als ehernes Gesetz. Und es ist gerade diese oft unterschätzte Grundhaltung, die bis heute gewährleistet, dass trotz der Jahr um Jahr erfolgenden Zuzüge der Wachstumsrhythmus niemals das menschliche Maß überschritten hat.

So tritt dem heutigen Betrachter ein Stadtbild entgegen, das noch ganz im Einklang mit der umgebenden Landschaft und Geschichte steht und von Handel, Handwerk, Kunst, Gelehrsamkeit und einer noch immer vorhandenen tiefen Frömmigkeit geprägt ist.

Um das alles erfahrbar zu machen, haben sich der VEREIN FÜR ALTERTUMSKUNDE UND HEIMATPFLEGE die KULTURSTIFTUNG MASTHOFF und der ROTARY-CLUB-HALTERN, zusammengetan und den Hochschullehrer und Bildhauer Egbert Broerken damit beauftragt, ein in Bronze gegossenes Modell der heutigen Halterner Innenstadt in ihren mittelalterlichen Strukturen zu modellieren, das insbesondere auch blinden Menschen ermöglichen soll, sich ein „Bild“ von unserer Stadt Haltern am See zu „ertasten“. Wir hoffen damit, besonders dieser Gruppe von Benachteiligten, aber auch unseren Kindern, Neubürgern und Touristen, die Möglichkeit zu eröffnen, sowohl die längst vergangene, als auch die heutige Gestalt unserer Kommunität im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Am

24. Oktober um 11.00 Uhr

möchten wir dieses einzigartige zeitgeschichtliche Objekt auf dem Marktplatz vor der Sixtuskirche mit einer fröhlichen Feier bei Musik, Kaffe und Kuchen, aber auch mit Bier und Bratwurst den Bürgern unserer Stadt und damit seiner Bestimmung übergeben.

Es wäre schön, wenn wir an diesem Tage möglichst viele Mitbürger und Mitglieder begrüßen dürften.

Der Künstler Egbert Broerken wird bei der Übergabe anwesend sein.

 

Donnerstag, 22.10.2009

Das Stadtmodell erreicht Haltern und wird auf dem Markt aufgebaut.

Der Künstler Egbert Broerken und Andrea Gauß (Rotary Club Haltern)

 

Der Sockel für das Modell wird "zurechtgerückt".

Haltern am See als Tastmodell

Im Jahre 2008 entschlossen sich der Rotary Club Haltern am See, die KulturStiftung Masthoff und der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern am See für unsere Stadt ein Stadtmodell (1:350) zu erwerben und es allen Bürgern und Besuchern zugänglich zu machen. Das Modell wird von Prof. Egbert Broerken erstellt, der an der Fachhochschule für Design in Dortmund lehrte. Der Guss erfolgt im Wachsausschmelzverfahren durch die Bronzegießerei Schwab in Münster-Sprakel.

Dieses Projekt wurde den Mitgliedern des Altertumsvereins auf der Jahreshauptversammlung 2009 vorgestellt. Das Modell ist als Tastmodell ausgebildet, so dass auch blinde Besucher der Stadt unseren Stadtkern erfühlen können. Eine Beschriftung in Brailleschrift ist vorgesehen. Das Modell soll auf dem Marktplatz in etwa 3 Monaten nahe St. Sixtus aufgestellt werden.

Am 7. Mai 2009 wurde das Modell den beteiligten Vereinen vorgestellt.

 

Stadtmodell Haltern

Ursula Kelders (stellvertretende Bürgermeisterin und Vorstandsmitglied des Altertumvereins) begutachtet das Modell.