Haltern am See

 

 

 

 

 

 

Haltern bis zum Ausgang des Mittelalters

Zeitabschnitte:

Durch den Versuch der Römer, Germanien in das römische Reich einzugliedern, tritt Haltern in das Licht der Geschichte. Unter Drusus und Tiberius werden ab 12 vor Chr. römische Befestigungsanlagen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Haltern am See errichtet. Hierzu gehören Anlagen auf dem Annaberg, nördlich der heutigen Weseler Straße, am damaligen Lauf der Lippe und ein Lager nord-östlich der Innenstadt.

Die folgende Abbildung ist der Sonderschrift "RÖMISCH-GERMANISCHES MUSEUM HALTERN", Haltern 1983 entnommen:

Lage der römischen Befestigungsanlagen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Haltern am See

Der Standort des heutigen LWL-Römermuseums Haltern (brauner Punkt: ursprünglich angedachter Standort; heute Parkplatz des Museums)

 

Nach Varus´ Niederlage (Publius Quinctilius Varus * 47/46 v. Chr. in Cremona; † 9 n. Chr. in Germanien) gegen verbündete germanische Stamme in der "Schlacht im Teutoburger Wald" und den aus römischer Sicht erfolglosen folgenden Rachefeldzügen des Germanicus gibt Rom die Eroberungspläne für Germanien auf, räumt die Lager zwischen Rhein und Weser und zieht sich hinter den Rhein zurück.

Bodenfunde auf dem Stadtgebiet belegen, dass das heutige Stadtgebiet in der Folgezeit bewohnt war. Erste schriftliche Zeugnisse gibt es wieder um 758, als Sythen während des Krieges Pippins gegen die Sachsen erwähnt wird. Ein Jahrhundert später ist das Gebiet christianisiert und Teil des Deutschen Reiches. (Lipp-) Ramsdorf wird als Besitz des Klosters Werden/Ruhr erwähnt. Die Heberolle des Klosters berichtet 1077, dass ein Hof in Sythen an die Padaborner Kirche geschenkt wird. Knapp 100 Jahre später existierte bereits eine Lippefähre bei Halatram (1140) und 1166 wird ein Prämonstratenserinnenkloster in Flaesheim errichtet.

1217 wird Haltern in einer Urkunde Bischofs Otto I als bischöfllicher Hof erwähnt.

In der Nähe dieses Hofes (in der Hohen Mark) existierte ein Nonnenkloster, dass auf Grund kriegerischer Unruhen verlegt wurde.

 

 

Stadtrechtsurkunde von 1288

Stadtrechtsurkunde von 1288

1289 erfolgt die Befestigung Halterns. Die "villa" Haltern erhielt von Everhard von Diest, Bischof von Münster, das Wigboldrecht (kleines Stadtrecht) verliehen. Ein wöchentlicher Markttag wird "für alle Zeiten" eingerichtet.

1277 endete der Streit des Bischofs (Everhard von Diest) mit der Stadt Münster um die Vorherrschaft in der Stadt. Der Bischof musste nachgeben und die Herrschaft in der Stadt mit den Bürgern teilen. Um das Jahr 1300 kam es im Bistum Münster erneut zu Fehden und Kriegen, die ihren Ausgangspunkt in den Streitigkeiten Bischofs Otto mit dem Domdechanten Lüdbert von Langen und dessen mächtigem Anhange (dem Erzbischofe von Köln und einem großen Teile der höheren Geistlichkeit) hatte. Die folgenden Jahrhunderte waren keineswegs ruhiger. Die einzelnen Corporationen, die Stände des Bisthums, sogar sämmtliche Bischöfe, Fürsten, Ritter und Städte Westfalens schlossen sich durch feste Schutzbündnisse aneinander, um sich mit vereinten Kräften und gegenseitiger Hilfleistung besser gegen die vielen Fehden schützen zu können und den Landfrieden aufrecht zu erhalten. Eine Urkunde aus dem Jahr 1364 gibt ein anschauliches Bild von der fehdevollen Zeit. Nach Inhalt dieser Urkunde verbinden und verpflichten sich alle Kapitel der Stadt Münster und das Kapitel zum hl. Mauritius vor der Stadt, dass sie sich gegenseitig beistehen wollen in den vielen harten Kränkungen, Bedrängnissen und Schadenzufügungen, die sie in ihren Rechten und Gütern von allen Seiten zu leiden hätten. Aufgrund der Ohnmacht des Bischofes bildeten "viele edle Mannen, viele Dienstmänner, die Bürgermeister und Rathsherren der Städte Münster, Warendorf, Beckum, Alen, Telget, Reyne, Coesvelde, Bockholt, Borken, Dülmen, Haltern, Ramstorpe, Vreden eine Landesvereinigung unter sich auf, um den Landfrieden unter sich und im Lande aufrecht zu halten".

Die Besetzung des Bischofsstuhls zu Münster war in der Folgezeit immer mit Streitigkeiten im und um das Stift Münster geprägt. So wurde der im Dezember 1456 zum Bischof von Münster gewählte Conrad von Diepholt (seit 1455 bereits Bischof von Osnabrück) nicht in sein Amt eingeführt. Der Papst griff in die Streitigkeiten ein und ernannte Johann von Baiern (bis dahin Domprobst in Worms) zum Bischof von Münster. Trotz des Widerstandes aus Münster reiste der neue Landesfürst in seine Diöcese und betrat am 18. September 1457 in Haltern den Boden des Stiftes. Hier wurde er mit der ihm gebührenden Ehrenbezeugung begrüßt.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Haltern führte 200 Jahre nach Verleihung der Stadtrechte zur Mitgliedschaft in der Hanse. Auf einer kölner Liste der Hansestädte wird im September 1469 Haltern erstmals als Hansestadt erwähnt. Zu dieser Zeit lebten ca. 400 Steuerpflichtige Bürger in der Stadt. Laut Schatzungsregister des Hochstifts Münster (1498) gehört Haltern als kleine Stadt zum "Officium Dülmen" mit 397 Schatzpflichtigen, außerhalb der Stadt (Kirchspiel) kommen 287 Schatzpflichtige hinzu. (Hullern wird gesondert mit 68 Schatzpflichtigen genannt. Lippramsdorf, im Officium up dem Braem, hat 106 Schatzpflichtige.)

1491 kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Haltern und Lünen (Details).

 

Von 1500 bis zum Ende des Alten Reiches

1502 beginnt mit der Stadtbefestigung die Errichtung eines Wehrturms (Siebenteufelsturm, in der Mitte der unten stehenden Abbildung). Durch ein mehrmonatiges Hochwasser im Winter 1569/70 verlagert sich das Lippebett einige 100m weiter südlich. Die alte Lippebrücke am Lipptor verliert ihre Funktion und eine neue Brücke wird erforderlich. (Durch die Verlegung des Lippebettes liegen die ehemaligen römischen Uferbefestigungen nicht mehr am heutigen Lippeufer.) Der Lippehafen der Stadt erhält 1597 einen Kran zum Löschen der Schiffsladungen.

In den Wirren des spanisch-niederländischen Krieges wurde Haltern 1598 von spanischen Truppen besetzt.

Die im 16. Jahrhundert vollendete Befestigung der Stadt wird während des dreißigjährigen Krieges zerstört. Nicht nur Kampfeinwirkungen zerstörten die Stadtbefestigung. Durch einen starken Sturm am 7. Dezember 1627 werden ca. 200 m der Stadtmauer umgeworfen.

Aufgrund des Geldmangels während des Krieges werden 1624 in Haltern Kupfermünzen geprägt. 1641 werden nach der Eroberung der Stadt durch kaiserliche Truppen unter Melchior von Hatzfeld die Festungsanlagen geschliffen. Aus diesem Jahrhundert stammt eine Darstellung Halterns (Halteren im Stift Münster, Wenzel Hollar, *1607, +1677). Hollar zeichnet mit Blick vom Silverberg:

 

100 Jahre später zogen während des siebenjährigen Krieges wiederholt Truppen durch Haltern. Hierzu zählten französische Truppen (Verbündete des Fürstbischoffs von Münster) auf dem Weg von Wesel gegen Münster bzw. in Richtung Minden. Eine französische Karte aus dieser Zeit zeigte französische und hannoveraner Stellungen zu beiden Seiten der Lippe.

Im August 1758 wurde Haltern von französischen Truppen besetzt. Bei deren Abzug zerstörten sie die Lippebrücke.

 

Nach wiederholter Zerstörung wurden die Befestigungen der Stadt nach dem Siebenjährigen Krieg endgültig eingeebnet. Heute existieren nur noch Reste (Siebenteufelsturm) im Westen der Innenstadt. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde die Armee des Fürstbistums neu aufgestellt.

Den niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zeigt die Karte Circulus Westphaliæ von Georg. Christophero Kiliano (Georgius Christopherus Kilianus), Augsburg 1770 (externer Link).

Die Besetzung des Stadtgerichtes Haltern im Jahre 1785 kann hier eingesehen werden:

Halterns Steuerkraft im Jahre 1786 zeigt die folgende Tabelle:

Im gleichen Jahr werden die Verkehrswege im Amt Dülmen wie folgt beschrieben:

Magazin für die neue Historie und Geographie, angelegt von A.F. Büsching, Halle 1786  

 

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gab es organisierte Kriminalität, unter der auch Haltern zu leiden hatte. Über mehrere Jahre trieb eine Räuberbande ihr Unwesen, die auch Haltern heimsuchte. Ein beschriebener Vorfall aus dem Jahr 1795: "Ein äußerst seltsamer Contrast findet sich bey dem Diebstahle, der um die nähmliche Zeit in einem Laden zu Haltern verübt worden. Der Anbringer des Diebstahls war ein frommer heiliger Mann, der Küster von der Kapelle auf St. A**** und die Thäter die zur Krevelder Bande gehörigen [..] Leibchen Schloß, Rogum Jtzig und Schnür Horst. Der Diebstahl gieng glücklich von Statten. Die Beute war nicht unbeträchtlich, und bestand in baarem Geld, in Zitz und Kotton; sowie die Diebe ihr Werk vollendet hatten, ließen sich die Nachtwächter aus Haltern sehen, endeckten den Diebstahl und verfolgten ihre Spur. In dieser mißlichen Lage flohen die [Täter] zu ihrem Patronen und Freund dem Küster auf St. A****. Der fromme Mann half ihnen aus der Verlegenheit, er verbarg die gestohlnen Waaren dorthin, wo sie auch der argwöhnischte Forscher nicht gesucht haben würde — hinter den Altar in der Kapelle." (Auszug aus dem Peinlichen Untersuchungs-Protokoll gegen Martin Koun, Münster vom 13. Feb. 1798, abgedruckt in: Johann Nikolaus Becker, Actenmässige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins, Zweyter Theil, Cöln 1804) - Informationen zur Geschichte des Annaberges können hier geladen werden (externer Link).

 

Haltern nach Ende des Alten Reiches

1795 besetzten französische Truppen die linksrheinischen Gebiete des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Nach der Niederlage Österreichs im 2. Koalitionskrieg gegen Napoleon wurde in Luneville ein Friedensvertrag zwischen Frankreich und Österreich geschlossen (1801), den Franz II auch im Namen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unterzeichnete. Dieser Vertrag sah die Entschädigung derjenigen deutschen Fürsten durch das Reich vor, die linksrheinisch Gebiete durch die Annexion Frankreichs verloren hatten. Zunächst war vorgesehen, dass Teile des Münsterlandes - und somit Haltern - mit den Niederlanden vereinigt werden. Die einzelnen Entschädigungen wurden im Reichsdeputationshauptschluss zu Lasten der vormals geistlich regierten Länder getroffen, die aufgelöst wurden. Der Reichsdeputationshauptschluss konnte keine Entscheidungen treffen, die den Interessen Frankreichs zuwiderliefen. Haltern, das über Jahrhunderte zum Fürstbistum Münster gehört hatte, kam unter die Regierung des

Nach kurzer Zugehörigkeit Halterns zum Departement Ober Issel organisierte Napoleon die Verwaltung der annektierten deutschen und holländischen Gebiete neu und Haltern kam durch ein am 23. April 1811 veröffentlichtes kaiserlich-französisches Dekret in das neu geschaffene Departement Lippe.

Siegel Mairie De Haltern - Dep. de la Lippe

Um bessere Verkehrswege in den neuen französischen Departements zu schaffen beginnt 1811 der Bau einer über Haltern führenden Chaussee von Wesel nach Hamburg. Ebenso beginnen die Vorarbeiten zur Schaffung einer schiffbaren Verbindung zwischen der Seine und Hamburg. Die Lippe gehörte zu dem projektierten Wasserweg.

Durch die Niederlage Napoleons endete 1813 die Zugehörigkeit zum französischen Departement Lippe und Preußen führte eine provisorische Verwaltung in Westfalen ein. In Folge einer zwischen dem General-Gouverneur des General-Gouvernements Berg, Justus Gruner und dem Ober-Präsidenten von Vincke, am 12. Dezember 1813 abgeschlossenen Übereinkunft, gingen die Kantone Rheda, Limburg, Recklinghausen und Dorsten ebenfalls an das Civil-Gouvernement Münster über. Ebenso wurden auch die von Berg im Jahre 1810 teilweise an Frankreich abgegebenen Landesteile, Haltern, Borken, Bocholt, Stadtlohn das Arondissement Steinfurt und das Amt Meppen als zum Civil»Gouvernement Münster gehörig betrachtet.

Freiherr Ludwig von Vincke - Flagge der Provinz Westfalen - Wappen der Provinz Westfalen

Ludwig von Vincke - Flagge und Wappen der Provinz Westfalen

Artikel der Gartenlaube von 1863

Ludwig von Vincke wird preußischer Zivilgouverneur zwischen Rhein und Weser. Ab dem Wiener Kongress (1815) gehörte Haltern bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts (1945) als eine Stadt in der Provinz Westfalen zu Preußen. Erster Oberpräsident der Provinz Westfalen wurde Ludwig von Vincke (1815). Organisatorisch befand sich Haltern zunächst im Landkreis Münster. Mit der Einteilung der Provinz Westfalen in kreisfreie Städte und Landkreise kommt Haltern 1816 in den Landkreis Coesfeld im Regierungsbezirk Münster. 1816 wird Alexander Lohagen Bürgermeister der Stadt. (Liste der Bürgermeister von Amt und Stadt Haltern ab 1816)

Die Zugehörigkeit zu Preußen brachte u.a. auch die Integration der Stadt in das preußische Postwesen. Das Handbuch der Post-Geographie der Königl. Preußischen Staaten (Weimar 1819) beschreibt Haltern: "Haltern, die andere zur Standesherrschaft Dülmen gehörige Stadt, liegt am Einflusse der Stever in die Lippe, und hat 2 katholische Kirchen, 360 Häuser und 1.561 Einwohner, welche sich vorzüglich mit Garnspinnerei und Leineweberei beschäftigen. Das hiesige Postwärteramt und Station ist dem Oberpostamte zu Münster untergeben; es gehen durch, — die fahrende und reitende Post von Berlin nach Wesel und Emmerich, und — die fahrende und reitende Post von Düsseldorf nach Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg." (Link zur Geschichte der Post in Haltern.)

Ab 1819 wurde an der Schiffbarmachung der Lippe gearbeitet. Die schwierige wirtschaftliche Situation in dieser Zeit wird 1820 von Kanzler von Herresbach (Hesperus, Encyclopaedische Zeitschrift für gebildete Leser, 1820, Seite 58) beschrieben:

 

 

1823 erfolgte durch die Preußische Regierung eine Regulierung der Lippe-Schifffahrt. Haltern bekam eine Gebührenstelle. 1829 ist die Lippe nach dem Bau von Schleusen von Wesel bis Lippstadt für Lastkähne befahrbar. Die Verbindung des Rheins mit der Weser durch einen Kanal wurde aber zurückgestellt.

"Die Schiffbarmachung der Lippe und die Verbindung dieses Flusses mit der Weser endlich soll eine Abänderung im Interesse der Provinz Westphalen und des ganzen Preußischen Handels erhalten. Die Schiffbarmachung der Lippe selbst war nämlich, wie bekannt, vorzüglich durch den rastlosen Eifer des wirklichen Geheimen Raths und Oberpräsidenten Freiherrn von Vincke beendigt. Nur von ihrer Verbindung mit der Weser war noch die Rede. Da ward von den Westphälischen Ständen in Vorschlag gebracht, die Weser, die Lippe und den Rhein durch einen Schienenweg zu verbinden, und dieses großartige Unternehmen, mit erbetener Königlicher Unterstützung, durch eine Actiengesellschaft zu vollführen. Schon sind die nöthigen Nivellements mit der größesten Sorgfalt beendigt." (1831)

1821 müsssen sich Halterns Bürger an ein neues Währungssystem gewöhnen. Preußen führt den Taler (= 30 Silbergroschen = 360 Pfennige) ein. Der letzte Wolf wurde Anfang September 1826 in den Wäldern Halterns erlegt.

Um 1830 begann der Abbau von Steinen (u.a. für den Straßenbau) auf dem Annaberg. Aus dieser Zeit sind erste Funde von römischen "Altertümern" dokumentiert. Ein Lexikon (1827) beschreibt Haltern wie folgt:

Die Textilherstellung brachte einen gewissen Wohlstand, so dass Kinder aus diesen Familien auch zu den ersten nachgewiesenen Halterner Studenten an der Universität Münster zählten. In den Matrikeln der münsteraner Universität findet man z.B. 1840 Johannes Masthoff, 19 Jahre, Vater Tuchweber aber auch 1842 Ludwig Eisenhuth, den Sohn des im Dezember 1841 verstorbenen Halterner Arztes Dr. Ludwig Eisenhuth. (Leinenwebstühle in Westfalen - externer Link)

Die 4 Stadtviertel der Stadt in dieser Zeit zeigt die nachfolgende Karte:

 

Stadtplan Halterns zu Beginn des 19. Jahrhunderts

1. Viertel - Gampoter Viertel, 2. Viertel - Großes Viertel, 3. Viertel - Kleines Viertel, 4. Viertel - Kirchhöfer Viertel

Am 17. März 1831 erließ der preußische König die „Allerhöchste Kabinetsorder wegen Einführung der Städte-Ordnung“, eine revidierte Fassung der Städteordnung von 1808, die von Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (* 25. Oktober 1757 in Nassau; † 29. Juni 1831 in Cappenberg, Westfalen) erarbeitet worden war. 1835 wurde das Gesetz zur Einführung dieser Städteordnung in Westfalen verkündet. In Haltern galt sie ab 1836. Das folgende Jahr brachte die Trennung der Stadt vom Kirchspiel. Die drei Kirchspiele Haltern (Lavesum, Holtwick und Sythen), Hullern und Lippramsdorf wurden zu einer Landbürgermeisterei, 1843 zum Amt Haltern zusammengefaßt.

Im Jahre 1853 sammeln J. Weyl und J. Lehmann in der Jüdischen Gemeinde Haltern 17 Taler und 6 3/4 Silbergroschen zur Unterstützung von in Jerusalem lebenden Juden.

Aufgrund einer Unterschlagung kommt es im Oktober 1867 es zu einer Revisionsverhandlung vor dem preußischen "Königlichen Ober-Tribunal": Stüer gegen die Stadt Haltern i. Westf.

1875 wird die alte Pfarrkirche am Markt abgebrochen und eine größere Kirche erbaut. (mögliche Ansicht der alten Kirche)

1897 errichtet die Firma vom Hofe ein Gaswerk zwischen Bahn und Wasserwerkstraße. 1928 kaufte die Stadt das Gaswerk. Das Rohrleitungsnetz wurde weiter ausgebaut (auf 21 km im Jahre 1938, bei ca. 1000 Gaskunden).

 

Posteingangsstempel der Stadt Haltern und des Kreisausschusses Coesfeld Siegel des Amtes Haltern, Kreis Coesfeld

Um 1905 wurde das Halterner Rathaus renoviert. Die folgende Aufnahme zeigt das Rathaus im Jahre 1907:

Rathaus Haltern i. Westf. 1907

aus: A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Coesfeld, Münster 1913

 

1908 wurde das Wasserwerk Haltern in Betrieb genommen. Ab 1927 entstanden die Talsperre Haltern und ab 1972 die Talsperre Hullern als Rohwasserspeicher. Im April 1930 kaufte das Amt Haltern das Seehofgelände und die Seegesellschaft Haltern mbH wurde gegründet (11.04.1930). Am 14. Mai 1931 eröffnete das Strandbad an der Talsperre Haltern seinen Betrieb. (Link zur Web-Cam der Seegesellschaft)

1926 wurden die Erlöse aus dem Verkauf Grundstücken (für die Talsperre) genutzt um Haltern zu elektrifizieren. 10 Jahre später waren in Haltern 1900 Stromzähler installiert.

1929 wurde Stadt und Amt Haltern dem Landkreis Recklinghausen zugeordnet.

1931 Die Reichsbahn richtet die Haltestelle Sythen ein.

Eine Zeittafel gibt Auskunft über die Zeit 1933 - 1945.


1951
im wird das im Krieg zerstörte Rathaus wieder seiner Bestimmung übergeben.

Die letzte kommunale Neuordnung erfolgte zum 1.1.1975: Die Stadt Haltern wurde mit dem Amt Haltern mit den Gemeinden Kirchspiel Haltern (Holtwick, Lavesum und Sythen), Flasheim, Hullern, Lippramsdorf (Teile), Hamm-Bossendorf (Teile der Gemeinde Hamm) vereinigt.

Seit 2002 ist der offizielle Name der Stadt: Haltern am See