Haltern erhält das Stadtrecht

Stadtrechtsurkunde von 1288

„Weil jenes, was in der Zeit geschieht, mit dem Fortgange der Zeit erlischt, so ist es notwendig, solches in schriftlicher Ordnung und durch das Zeugnis unserer Getreuen zu verewigen. Kund zu wissen sei es daher sowohl den Nachkommen als den jetzt Lebenden, daß Wir, Everhard, von Gottes Gnaden Bischof der münsterischen Kirche, unseren Flecken Halteren in unserer Diözese, welcher häufig den Anfällen der Feinde unterlag, nach dem Rat Unserer Prälaten, Unserer getreuen Edlen und Dienstmannen Unserer genannten Kirche, zu befestigen wünschend, zum gemeinsamen Nutzen aller derer, die sich daselbst niederlassen und ihren Wohnsitz wählen wollen, beschlossen haben, zu einer Stadt neuerdings einzurichten und zu gründen, unter der Bedingung jedoch, dass Unser Hof Haltern, welcher in demselben Flecken gelegen, in sich und seinen Einkünften nicht angegriffen werde. Wir bestimmen ferner, dass, wenn einer sich zur besagten Stadt begeben sollte und dort zu bleiben gesonnen ist, er von dem Richter und den Schöffen dieses Orts, welche dort zur Zeit verordnet sind, ausgenommen und zugelassen werde als Mitbürger nach den Statuten der Stadt Münster und anderer Unserer Städte. Und wenn ein solcher in dieser Stadt ohne Beschwerde seines Herrn über Jahr und Tag verblieben ist, so wollen Wir, dass er demnächst ohne irgend einen Widerspruch in alle Rechte, die er in der genannten Stadt Haltern erhalten hat und die in anderen Unseren Städten, wie Coesfeld und Borken, deren Einwohnern verliehen ist, erhalten werde.

Wir bewilligen auch den Einwohnern in gedachter Stadt, daß, wenn einer mit oder ohne Testament verstorben ist, Wir nicht mehr von Unserer und Unserer Nachfolger Seite aus ihrem Vermögen oder ihrer Erbschaft in Anspruch nehmen wollen, als was von den Sterbefällen in Coesfeld und Borken bisher geleistet worden ist. Zum Markettag (Gerichtstag) bestimmen Wir den dritten Tag jeder Woche, den Dienstag, und Wir wollen diesen von Jahr zu Jahr ohne alle Anhaltung und Arrestbelegung bis zu ewigen Zeiten gehalten wissen.

Damit aber diese Bestimmungen fortwährend bleiben und unerschütterlich bestehen, haben Wir geglaubt, diese gegenwärtige abgefaßte Schrift mit Unserem Siegel bekräftigen zu sollen. So geschehen zu Münster, wobei zugegen waren . ..

Gegeben im Jahre des Herrn 1288 am 3. Februar unter der Regierung Unseres unüberwindlichen Herrn Rudolph, König der Römer."

 

Zu Everhardus von Diest (31. Bischof zu Münster):

 

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