Bereits kurz nach Beginn der Ausgrabungen in Haltern wurde klar, dass außer der reinen Präsentation der Funde auch durch Rekonstruktionen von Bauten und Wällen des Lagers ein besserer Eindruck vom römischen Leben in Haltern gegeben werden sollte. Die Anfänge eines "Archäologischen Parks Haltern" begannen bereits 1901, als Schuchhardt und Koepp den Aufbau der Lagerwand diskutierten.

1901 errichtete Rekonstruktion der römischen Lagerumfassung; Mittl. der Altertumskom. für Westfalen, Heft 2 (1901), Seite 228

 

 

 

Eine Abbildung dieser Rekonstruktion wurde als Motiv auf dem 1921 in Haltern herausgegebenen Notgeld genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im gleichen Jahr errichtete der Altertumsverein an der Nordostecke des Hauptlagers eine 17 m lange Rekonstruktion der römischen Wallanlage.

Als sich Laufe der Ausgrabungen zeigte, dass diese Rekonstruktion nicht den weiteren inzwischen gemachten Befunden entsprach, wurde sie 1905 abgerissen und durch eine neue Rekonstruktion ersetzt.

 

aus: C. Schuchhardt, Führer durch die Ausgrabungen bei Haltern, 3. Aufl., Haltern 1906

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Sehr viel ergiebiger war die Untersuchung des späteren Lagers, das zum weitaus größten Teil innerhalb des älteren liegt, dessen Gebäudespuren aber wegen der verschiedenen Orientierung nirgends mit denen des früheren verwechselt werden können. Dieses Lager hat die Form eines ziemlich regelmäßigen gestreckten Rechtecks und einen Flächeninhalt von ursprünglich ca. 18, später ca. 20 Hektar. Seine Umwehrung besteht aus einem Doppelgraben und einem Erdwall mit steilen Wänden, denen Holzwerk den Halt gab. Diese Holzversteifung bezeugen zwei Reihen von Pfostenlöchern, deren Pfosten selbstverständlich durch liegende Hölzer — für Flechtwerk erscheint der Abstand von je drei Meter zu groß — verbunden gewesen sein müssen. Aus der Entfernung der beiden Pfostenreihen von einander ergibt sich eine Wallstarke von drei Meter, und die Berechnung der aus den Gräben erhobenen Erdmasse die zur Errichtung des Walles gedient hat, macht eine Höhe von gleichfalls drei Meter, also quadratischen Querschnitt, wahrscheinlich. Von dem in solcher Höhe liegenden Wehrgang aus war auch der Einblick in den vorderen Graben ausreichend. Daß der Wehrgang durch eine Brüstung geschützt sein mußte, versteht sich von selbst und wird überdies durch die größere Tiefe der vorderen Pfostenlöcher bestätigt, da deren Tiefe der Höhe der aufragenden Pfosten entsprochen haben wird. Wie diese Brüstung hergestellt war, wissen wir nicht; wahrscheinlich ermöglichten kleinere Pfosten, die zwischen den Hauptpfosten des Walls in die Wallerde eingerammt waren, die Anwendung von Flechtwerk. Wenigstens hat sich solches Flechtwerk in dem feuchten, der Erhaltung des Holzes günstigen Graben des römischen Lagers von Oberaden gefunden."

Friedich Koepp, Die Bauten des römischen Heeres, in: Germania Romana, S. 7, Bamberg 1924

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Artikel der Halterner Zeitung zu einem Archäologischen Park in Haltern kann hier geladen werden.